Das abrupte Ende unserer Elternzeit-Reise?
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Bericht über die letzten 3,5 Wochen erscheinen. Wir sind gemächlich aus Deutschland gestartet, haben Venedig, die Toskana und die letzten 3 Tage Rom besichtigt. Doch gestern Mittag ist unser gemieteter Camper einfach gestohlen worden. Und so sitzen wir jetzt im Hotel, mit den Sachen die wir am Leib hatten, einer neuen Zahnbürste und glücklicherweise unseren Papieren. Wir können es immer noch nicht so richtig fassen. Ratlosigkeit, Schock und Trauer machen sich breit. Harren wir noch ein paar Tage aus? Fliegen wir zurück? Fühlen wir uns noch wohl? Letzteres gerade eher nicht.
Für die, die sich fragen: Wie passiert sowas? Hier ein kleiner Bericht.
Wir wollten heute Nacht eigentlich mit der Fähre nach Sardinien übersetzen. Dafür wollten wir ein paar Dinge für den Strand im Decathlon einkaufen, im Babyladen nach Wickelunterlagen suchen und ein paar Dinge im Supermarkt kaufen. Zum Glück hatten wir gesehen dass es einen Decathlon in 15 Minuten Entfernung, außerhalb von Rom gibt. Gelegen in einem größeren Einkaufszentrum, perfekt für einen Stopp vor der Fähre. Der Parkplatz hat sogar Videoüberwachung, was soll da schon passieren? Wir gehen in den Decathlon, bringen die Sachen ins Auto, weiter zum Babyladen. Kommen vom Babyladen, Dominik guckt über den Parkplatz: Da sieht was komisch aus, und geht lieber gucken. Beim Näherkommen sieht er dass ein Auto das so aussieht wie unseres, sich bewegt. Ist ja ein komischer Zufall, parkt derselbe Camper neben uns. Ne, Moment. Unser Parkplatz sieht leer aus. Das kann doch nicht? Hä? Da fährt grad unser Auto?? Da fährt tatsächlich gerade unser Auto vom Parkplatz. Ich rufe schnell den Notruf und beschreibe die Lage. Mit Kennzeichen und Fahrzeugbeschreibung haben wir noch die Hoffnung, dass sich ganz CSI-mäßig die Polizei in Bewegung setzt und das Auto gestoppt wird. Da war die Hoffnung Vater des Gedankens, bislang ist nichts wieder aufgetaucht. Irgendwann taucht die Polizei auf, zwei junge Carabinieri, Mann und Frau. Sie kramt erstmal ihren Vape aus der Brusttasche. Er hat sich das falsche Kennzeichen aufgeschrieben. Sie lassen sich mit Hilfe von Google Translate den leeren Parkplatz zeigen und wollen die Kameradaten auswerten. Für alles andere müssen wir auf die Wache. Dass wir erst einen Autositz für unser Baby brauchen, interessiert sie nicht wirklich. Wie wir dahin kommen sollen ohne Auto? Sie können uns ein Taxi rufen. Danke, die Uber App hab ich auch auf dem Handy.
Wir also zurück in den Babyladen, Autositz kaufen. Danach zur Wache, Anzeige aufgeben. Die Wache ist gesichert wie Fort Knox, mit hoher Mauer ums Gebäude und riesigem Stahltor, sehr einladend. Immerhin spricht der Carabinieri am Empfang etwas Englisch. Wir schildern nochmal alles. Der Tathergang interessiert auch hier nicht. Modell, Kennzeichen, Eigentümer, hatten wir Wertsachen im Auto?
Wir haben ebenfalls viele Frgen, aber so richtig kann die niemand beantworten. Wie es jetzt weitergeht? Das Fahrzeug ist zur Fahndung ausgeschrieben. Wenn sich was ergibt, werden wir angerufen.
Ob unsere Meldung per Notruf was gebracht hat? Wird per Funk durchgegeben worden sein.
Gibt es eine Chance dass das Fahrzeug gefunden wird? Angeblich ja.
Und wie es jetzt für uns weitergeht? Mal sehen. Wir sind im Hotel, kaufen die nötigsten Sachen und lassen das Ganze sacken. Wahrscheinlich hat uns Deutschland bald zurück, mit Handgepäck.



